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11. März 2015: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Franck!

11. März 2015: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Franck!

Franck, heute sollten wir dir zusehen, wie du 54 Kerzen ausbläst. Aber du bist nicht mehr da …

Und gleichzeitig bist du auch da … fast mehr als je zuvor, allgegenwärtig in dieser europäischen politischen Krise, vor der du uns bewahren wolltest, in 30 Jahren bürgerschaftlichem Engagement, um die Europäische Gemeinschaft, dann die Europäische Union, dann Euroland zu demokratisieren, … vergeblich, niemand hat zugehört oder fast niemand. Selbst wir, deine Mitstreiter, haben dich nie so gut verstanden, wie heute.

Dein “Versagen” in der Verhinderung der Entstehung dieser Krise wirft zwei Fragen auf:

Wie kann aus der Antizipation ein echtes Werkzeug gemacht werden, um Entscheidungen zu treffen, damit wir nicht mehr warten müssen, bis wir ganz unten im Loch angekommen sind, bis wir anfangen, Lösungen zu suchen?

Und dann, welche Verantwortung haben wir, wir die europäischen Bürger, in der Heftigkeit der Krise? Es ist einfach, ewig gegen einen gelähmtes politisches und institutionelles Systems zu protestieren, es anzuschreien, weil es nicht laufen kann. Aber irgendwann muss man zuhören, was einem die Lähmung eines Systems sagen will, und die Ärmel aufkrempeln, um den Rollstuhl zu schieben.

Aber dazu ist es notwendig, dass der Bürger aufwacht, der in jedem schlummert: Politiker, Beamter, Student, Journalist, Bankier, Manager, alle diese Berufsgruppen, in die ein ausschließlich wirtschaftliches System uns mit unserer vollen Zustimmung eingeordnet hat. Genau das hast du unermüdlich 30 Jahre lang gemacht: uns bewusst zu machen, dass die politische Macht nur von uns kommen kann, dass die Demokratisierung kein Automatismus, sondern eine Aufgabe ist, dass bürgerliche Verantwortung nicht angeboren, sondern erworben ist, dass die politische Macht proportional zur Fähigkeit seiner Bürger, sich zu organisieren ist, dass wir letztlich unsere Zukunft in unseren Händen haben, und dass dieses “böse politische und institutionelle System” nur ein Werkzeug ist, über das wir verfügen können und dessen Beherrschung wir lernen müssen. Man wirft einem Messer nicht vor, dass es nicht schneiden will, wenn man es nicht ergreift … wenn man ehrlich zu sich ist.

Wir haben uns vor drei Tagen versammelt unter dem Motto der Konvergenz der verschiedenen Akteure der europäischen Integration, die sehen, dass sie ein gemeinsames Interesse haben, das des europäischen Bürgers, da wir angenommen haben, dass die ERASMUS-Generationen (die es ohne dich und AEGEE nicht geben würde) sich jetzt „outen“ können.

Der Weg ist erfolgversprechend und die Krise lässt uns keine Wahl. Heute beginnt eine wachsende Zahl von Europäern deine Ideen zu verstehen, die leuchten und den Weg zeigen. Und die Ganzheitlichkeit des europäischen politischen Lebens, die du dir immer zutiefst gewünscht hast, kann beginnen.

Deine Zeit ist gekommen, Franck. Danke, dass du da warst, um es uns beizubringen und uns in Richtung des Ausgang dieser dramatischen Krise zu leiten. Und wenn du es geschafft hattest, uns vor ihr zu bewahren, hätte niemand sagen können, dass du recht gehabt hast. Das ist das tragische Paradox der Politischen Antizipation [1], die nur beweisen kann, dass sie Recht hat, wenn sie versagt hat, die Zukunft zu beeinflussen.

Die Freunde von Franck Biancheri

[1] Methode der Reflexion / politischer Aktion, entwickelt von Franck Biancheri, formalisiert in einem Handbuch der Politischen Antizipation formalisiert und gelehrt von der Stiftung für Politische Antizipation (FEFAP)

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